Chronische Schmerzstörungen
(Psychologische Schmerztherapie)
Schmerz ist ursprünglich ein lebenswichtiges Warnsignal des Körpers.
Wenn Schmerzen jedoch über Monate bestehen bleiben, können sie sich von ihrer ursprünglichen Ursache lösen und eine eigene Dynamik entwickeln – das sogenannte „Schmerzgedächtnis“ entsteht.
In diesem Stadium wird der Schmerz zu einer eigenständigen Erkrankung, die das gesamte Leben, die Stimmung und die soziale Teilhabe massiv beeinträchtigt.
Viele Betroffene haben bereits einen langen Leidensweg hinter sich und erleben zusätzlich die belastende Erfahrung, mit ihren Schmerzen nicht vollständig verstanden zu werden.
Wenn Schmerz und seelische Belastung sich gegenseitig beeinflussen:
In meiner Praxis behandle ich Schmerzzustände, bei denen psychische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen – sei es als Mitverursacher (Psychosomatik) oder als Folge der dauerhaften körperlichen Belastung.
Hierzu gehören:
Chronische Rücken- und Nackenschmerzen
Spannungskopfschmerzen und Migräne
Fibromyalgie und Ganzkörperschmerzen
Funktionelle Organbeschwerden
(z. B. Reizdarmsyndrom)
Der Teufelskreis aus Schmerz und Psyche:
Anhaltender Schmerz führt oft zu Rückzug, Schonverhalten und negativen Gedankenschleifen
(„Das wird nie wieder gut“).
Diese psychische Belastung erhöht die muskuläre Spannung und die Sensibilität des Nervensystems, was wiederum die Schmerzwahrnehmung verstärkt.
Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen.
Mein therapeutischer Ansatz:
Die psychologische Schmerztherapie ergänzt die medizinische Behandlung um wesentliche mentale Strategien.
Verständnis für das Schmerzgedächtnis:
Wir erarbeiten, wie Stress, Emotionen und Schmerz im Gehirn verschaltet sind.
Dieses Wissen nimmt oft das Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem eigenen Körper.
Veränderung der Schmerzbewertung:
Wir arbeiten an der kognitiven Umstrukturierung von bedrohlichen Gedanken.
Das Ziel ist es, dem Schmerz seine bedrohliche Macht über Ihren Alltag zu entziehen.
Aktivierung statt Schonung:
Wir entwickeln einen Plan für eine vorsichtige, schrittweise Rückkehr zu Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten, ohne das System zu überlasten.
Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren:
Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren helfen dabei, die dauerhafte Alarmspannung des Nervensystems zu reduzieren.
Emotionsregulation:
Wir schauen auf die „verdeckten“ Gefühle.
Oft ist Schmerz ein unbewusstes Ventil für Stress oder ungelöste Konflikte.
Ziel der Behandlung ist nicht zwingend die sofortige Schmerzfreiheit, sondern die Wiedergewinnung Ihrer Lebensqualität, Ihrer Handlungsfähigkeit und einer positiveren Beziehung zu Ihrem Körper.
Hinweis:
Eine umfassende medizinische Abklärung organischer Ursachen sollte der psychotherapeutischen Behandlung stets vorausgehen.